NORMEN

ISO 2846-1

Farbe und Transparenz der Skalendruckfarben für den Vierfarbdruck

Informationen zur Norm DIN ISO 2846-1

Im Mehrfarbendruck erfolgt die Farbmischung durch den Übereinander- und Nebeneinanderdruck von Primärfarben in Voll- und Rasterflächen. Grundsätzlich ist die Anzahl der Primärfarben optional, jedoch sollte schon aus ökonomischen Gesichtspunkten nicht mit zu vielen Primärfarben gearbeitet werden.

Es gibt einige Farbsysteme am Markt, die mit bis zu sieben Farben ­arbeiten, um einen möglichst großen Farbraum darzustellen. Durch­­gesetzt hat sich jedoch der Vierfarbendruck in den Hauptdruckverfahren. Der Einsatz von definierten Skalendruckfarben mit festgelegten farb­lichen Eigenschaften ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um ein reproduzierbares Druckergebnis zu erhalten. 

1954 wurden in Deutschland erstmals Farbskalen genormt mit den Bezeichnungen  DIN 16 508 für den Buchdruck und DIN 16 509 für den Offsetdruck. Um den Anforderungen an bessere Echtheitseigenschaften, wie z. B. Alkaliechtheit und Lichtechtheit gerecht zu werden, wurde von einer Expertengruppe der CEPE (Europäische Vereinigung der Lack-, Druckfarben- und Künstlerfarbenindustrie) 1967 die Normempfehlung für eine neue Farbskala ausgesprochen. Die Bezeichnung dieser neuen Farbskala lautete „Europäische Farbskala“ oder kurz „Europaskala“. In der Norm DIN 16 539 wurde diese Farbdefinition niedergelegt. In vollkommener Übereinstimmung mit der Europaskala wurde 1976 die internationale Norm ISO 2846 veröffentlicht. Die Farben Cyan, Magenta und Gelb entsprechen auch dieser Festlegung. 

1990 entschied das TC 130 der International Standards Organisation (ISO), die Überarbeitung der ISO 2846 in ihr Arbeitsprogramm aufzunehmen, um die in den wichtigsten Wirtschaftsräumen Europa, USA und Japan existierenden unterschiedlichen Farbstandards zu vereinheitlichen. Für den Offsetdruck ist die Überarbeitung mit der vorliegenden ISO 2846-1 abgeschlossen.

Farbwerte

Es war sehr schwierig, die farbmetrischen Sollwerte, die künftig den Farbort der Normdruckfarben beschreiben sollen, zu definieren, da Werte festgelegt werden mussten, die für alle Experten aus den verschiedenen Wirtschaftsbereichen akzeptabel waren. 

Europa

Für Europa wurden die Mittelwerte von über sechzig aktuellen Farbskalen unterschiedlicher Hersteller gebildet. 

USA

Als repräsentativ für die USA wurden die Spezifikationen der SWOP-Skala (Specifications for Web Offset Printing) herangezogen. Sie gilt auch als Standard für den Bogenoffset. 

Japan

Der Standard „Japan Ink Colour SF 90“ repräsentierte die japanische Situation. 

Eingangswerte und gemittelter ISO-Wert für Magenta

Eingangswerte und gemittelter ISO-Wert für Gelb

Eingangswerte und gemittelter ISO-Wert für Cyan Transparenz

Transparenz 

Da Skalendruckfarben für das Funktionieren des Mehrfarbendrucks eine ausreichende Transparenz aufweisen müssen, wurden entsprechende Werte in der ISO 2846-1 festgelegt, die nicht unterschritten werden dürfen. 

Prüfung der Transparenz 

Zur Beurteilung der Transparenz wird eine Reihe von Druckproben mit abgestufter Farbschichtdicke auf schwarzem Untergrund hergestellt. Ist eine Druckfarbe nicht vollständig transparent, wird das Licht, das beim Betrachten oder bei der Farbmessung auf die Druckprobe trifft, mit zunehmender Farbschichtdicke in steigendem Maße gestreut. Das heißt, der Unterschied zwischen bedrucktem und unbedrucktem Schwarz nimmt zu. Trägt man nun den Farbabstand zwischen bedrucktem und unbedrucktem Schwarz als Funktion der Farbschichtdicke auf, so ergibt sich eine Gerade, deren Steigung bei hoher Transparenz der Druckfarbe klein und bei niedriger Transparenz größer ist. Bei vollkommener Transparenz (gelegentlich bei Cyan festzustellen) ergibt sich eine waagerechte Linie. Die Steigung ist dann gleich 0. Der reziproke Wert der Steigung der Ausgleichsgeraden durch die Messpunkte beschreibt das Maß der Transparenz. Übereinstimmung mit der Norm ist gegeben, wenn die Messwerte den festgelegten Wert der Transparenz nicht überschreitet. 

Messgeometrie

  • Normlichtart: D50 
  • Geometrie: 0/45° 
  • Beobachter: 2° 
  • Farbmaßzahlen nach CIE-Lab-System 
  • Bedruckstoff: Phönix Imperial APCO II/II 150 g/m2

Transparenz

  T
Gelb 0,08
Magenta 0,12
Cyan 0,20

Beispiel für die Transparenzermittlung

Methode zur Ermittlung der ­farbmetrischen Übereinstimmung 

Mit Hilfe eines Probedruckgerätes wird eine Reihe von Druckproben mit definierter und abgestufter Farbschichtdicke auf dem Prüfpapier APCO II/II hergestellt. Nach Trocknung wird durch Farbmessung nach ISO 13 655 (Ausnahme: Hinterlegung von Papierweiß) der CIELAB-Farbabstand (∆E*ab) jeder einzelnen Druckprobe gegenüber den in der Norm festgelegten Farbwerten bestimmt. Die Druckfarbe stimmt in ihren farblichen Eigenschaften dann mit der Norm überein, wenn ∆E*ab innerhalb des Schichtdickenbereiches von 0,7 bis 1,1 µm den definierten Toleranzbereich unterschreitet.

Farbwerte für das Schwarz wurden in die neue Norm ebenfalls mit aufgenommen. Es wurde in seiner Helligkeit (L*) auf 18 begrenzt. In den b*-Werten ist ein Spielraum gegeben, da die marktüblichen Schwarzsorten unterschiedlich geschönt sind.

Farbe CIELAB-Werte     Farbtoleranzen
D50 L* a* b* ∆Eab *
Gelb 91,00 - 5,08 94,97 4,0
Magenta 49,98 76,02 - 3,01 5,0
Cyan 56,99 - 39,16 - 45,99 3,0
Schwarz 18,01 0,80 - 0,56 L:≤18,0 ∆a*: 1,5 ∆b*:3,0
Papier 95,45 - 0,42 4,73  
Farbe CIELAB-Werte     Farbtoleranzen
D65 L* a* b* ∆Eab *
Gelb 90,37 - 11,16 96,17 4,0
Magenta 48,13 75,20 - 6,80 5,0
Cyan 58,62 - 30,63 - 42,75 3,0
Schwarz 18,01 0,50 - 0,47 L:≤18,0 ∆a*: 1,5 ∆b*:3,0
Papier 95,41 0,99 4,76  

Messbedingungen 

  • Normlichtart: D50 / D65 
  • Geometrie: 0/45° 
  • Beobachter: 2° 
  • Farbmaßzahlen nach CIE-Lab-System 
  • Bedruckstoff: Phönix Imperial APCO II/II 150 g/m2

Fazit

Die in der Norm festgelegten Farbwerte sind ein weiterer Ansatz, den Offsetdruck zu standardisieren. Druckerzeugnisse sollen an allen Orten der Welt mit gleichem Ergebnis produziert und immer wieder gleich reproduziert werden können.

Die meisten gebräuchlichen Farbserien, insbesondere die unseres Hauses, liegen nach unseren Messungen mindestens sehr nahe an den Sollwerten und zumeist innerhalb der vorgegebenen Toleranzen.

Für die Praxis bedeutet dies dennoch, dass bei der Einführung von Colour-Management die bereits in der Druckerei verwendete Farbskala unter Berücksichtigung der in der jeweiligen Druckerei üblichen Volltondichten als Referenz dienen sollte. Diese Serien werden von uns mit größter Sorgfalt produziert und mit geringsten farbmetrischen Schwankungen ausgeliefert. 

Diese technische Beschreibung soll Sie informieren und beraten - sie entspricht unserem derzeitigen Kenntnisstand. Da der konkrete Anwendungsfall jedoch von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist, auf die wir keinen Einfluß haben, kann eine Garantie für den Druckausfall nicht abgeleitet werden.